Über 6.600 ausgewertete Vorfälle bestimmen jetzt ein Viertel der Gewichtung in der OWASP-Rangliste.
Guten Morgen! Diese Woche geht es um die Rechte, die deine Werkzeuge längst haben. Ein neuer Risikokatalog rückt zu große Handlungsspielräume von KI-Systemen nach vorn, während ein Browser-Assistent auf ersten Tarifen in geöffneten Webseiten klickt und tippt.
Das eigentliche Signal: Wer einem Assistenten Postfach, Portale und Formulare öffnet, hat die Risikoentscheidung längst getroffen, sie steht nur nirgends geschrieben. Deshalb lässt sich diese Entscheidung weder prüfen noch zurücknehmen, bevor jemand sie aufschreibt.
Die OWASP Top 10 für LLM-Anwendungen setzen zu weitreichende Handlungsvollmachten von KI-Systemen auf Platz 3.
Die Ausgabe 2026 stützt ihre Rangfolge erstmals auf ausgewertete Schadensfälle statt allein auf eine Abstimmung unter Fachleuten. Nach vorn rückt dabei genau die Kategorie, in der Assistenten mehr dürfen, als ihre Aufgabe verlangt.
- Das Projekt hat die Community-Abstimmung gegen über 7.700 Vorfälle aus öffentlichen Schwachstellendatenbanken und einer Datenbank für KI-Schadensfälle gehalten, über 6.600 davon ließen sich einer Risikokategorie zuordnen.
- 75 Prozent der Gewichtung stammen weiterhin aus der Abstimmung, 25 Prozent aus den Vorfallsdaten.
- Excessive Agency steigt von Platz 6 auf 3, laut Dokument die folgenreichste Bewegung der Liste; Improper Output Handling fällt von Platz 5 auf 10.
Warum es zählt: Die Liste beschreibt kein Entwicklerthema. Sie funktioniert als Prüfliste für jeden Assistenten mit Werkzeugzugriff im eigenen Haus, und ihre Rangfolge gibt vor, womit du anfängst, nämlich mit den Vollmachten und erst danach mit der Prüfung der Ausgaben.
Die Signale der Woche
1. Jedes siebte Unternehmen in Deutschland schreibt Arbeitszeugnisse mit KI.
In einer repräsentativen Bitkom-Befragung von 602 Unternehmen ab 3 Beschäftigten nutzen 14 Prozent KI beim Schreiben von Arbeitszeugnissen, weitere 52 Prozent zeigen sich daran interessiert. Bei der Einarbeitung neuer Kolleg:innen sind es ebenfalls 14 Prozent, in der individuellen Weiterbildung mit 16 Prozent etwas mehr. Erhoben wurde von KW 18 bis KW 25 2026.
Lohnt sich: wenn bei dir im Jahr mehr als etwa 20 Zeugnisse anfallen und vorher schriftlich feststeht, wer den Text am Ende verantwortet · Ignorieren, wenn: Zeugnisse bei euch ohnehin ein externes Personalbüro schreibt
2. Google Meet protokolliert jetzt auch Besprechungen ohne Video-Call.
Die Funktion 'Take notes for me' nimmt Präsenztermine über das Mikrofon von Smartphone oder Rechner auf und legt Zusammenfassung, Aufgabenliste und Transkript als Dokument in Google Drive ab. Auf Android läuft die gestaffelte Ausspielung seit dem 11. August, im Browser frühestens ab dem 14. August, auf iOS frühestens ab dem 31. August. Für Business Starter ist die Funktion nicht freigeschaltet.
Lohnt sich: für Handwerks- und Planungsbetriebe, die Aufmaß- und Baustellentermine bisher aus dem Gedächtnis protokollieren, und nur, wenn du die Aufnahme vor Terminbeginn ansagst und alle Anwesenden zustimmen · Ignorieren, wenn: eure Termine ohnehin als Videocall laufen, wo die Meet-Protokollfunktion längst greift
Quelle: workspaceupdates.googleblog.com
3. Claude klickt und tippt jetzt aus der Chrome-Seitenleiste heraus in geöffneten Webseiten.
Seit dem 12. August läuft im Seitenpanel der Chrome-Erweiterung eine vollständige Cowork-Sitzung mit Skills und Connectoren. Claude sieht die geöffnete Seite, klickt Links, tippt Text und füllt Formulare über die bestehenden Logins aus; vor folgenreichen Schritten wie dem Absenden eines Formulars prüft ein getrennter Schritt die Aktion. Auf Enterprise-Plänen ist die Erweiterung standardmäßig aus und wird von der Administration freigegeben, auf Wunsch nur für bestimmte Domains.
Lohnt sich: für Handelsbetriebe ab etwa 20 Beschäftigten, die Rechnungsdaten aus mehreren Lieferantenportalen zusammentragen, derzeit mit Max- und Team-Plan, Pro wird in den kommenden Wochen nachgezogen · Ignorieren, wenn: ihr eure Lieferantenportale ohnehin per Schnittstelle an die Warenwirtschaft angebunden habt
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Diese Ausgabe ging am 18. August 2026 an unsere Abonnenten.
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